
Veeam hat am 6. November 2026 veröffentlicht, welche seiner Backupkomponenten von der Linux-Kernel-Lücke CVE-2026-98432 betroffen sind und wie Administratoren die Korrekturen erhalten. Die Herstellermeldung KB4966 betrifft auch Installationen von Backup & Replication unter Windows: Dort können mitgelieferte Linux-Hilfsappliances einen verwundbaren Kernel enthalten. Prüfen Sie deshalb die eingesetzten Komponenten und deren Updateweg; das Betriebssystem des Backupservers allein beantwortet die Frage nach der Betroffenheit nicht.
Für Software Appliance und Infrastructure Appliance 13.1 liefert Veeam die Kernelkorrektur über den Veeam Updater. Windows-basierte Installationen von Backup & Replication 13.1 benötigen für ihre Linux-Hilfsappliances einen gesonderten Fix, der Version 13.1.2.57 voraussetzt. Für die entsprechenden Komponenten von Version 12.3 kündigt Veeam den Fix bislang nur an. Auch vorhandene Linux-Recoverymedien gehören zur Prüfung: Ersetzen Sie Medien, die vor dem Update erstellt wurden, durch anschließend erzeugte Medien.
Welche Systeme betroffen sind
Die Schwachstelle betrifft die TCP/IPv4-Verarbeitung im Linux-Kernel. Veeam nennt mögliche Dienstverweigerung und Speicherbeschädigung; die CVE-Übersicht von Canonical beschreibt auch mögliche Codeausführung aus der Ferne. Daraus folgt kein Nachweis aktiver Angriffe auf Veeam-Installationen. Die neue Herstellerinformation ergänzt die bereits bekannte Kernel-Lücke um konkrete Produkt- und Fixzuordnungen.
Zu den von Veeam aufgeführten Komponenten gehören Linux-basierte Backup-, Proxy- und Repository-Appliances sowie bestimmte Hilfsappliances für Wiederherstellungen und virtuelle Testumgebungen. Auch Appliances der Cloud-Plug-ins für AWS, Microsoft Azure und Google Cloud stehen in der Betroffenheitsmatrix. Entscheidend ist jeweils der tatsächlich enthaltene Kernelstand.
Welcher Fixweg vorgesehen ist
Software Appliance und Infrastructure Appliance 13.1: Prüfen Sie Updates und Updatehistorie in der Veeam Host Management Console. Laut Hersteller liegt die Korrektur seit dem 2. November im Repository; genannt wird Kernel 5.14.0-570.60.1+27.2.el9_6_ciq. Bei einem lokalen Repository-Spiegel muss die Synchronisation erfolgt sein. Ein Neustart kann erforderlich sein.
Backup & Replication 13.1 unter Windows: KB4966 verlinkt einen Private Fix für die Linux-Hilfsappliances. Voraussetzung ist Backup & Replication 13.1.2.57. Neuinstallationen mit dem neu gepackten 13.1.2-ISO enthalten den Fix bereits. Dauerhaft bereitgestellte Hilfsappliances, etwa Virtual Labs, müssen nach der Herstelleranleitung erneut bereitgestellt werden.
Version 12.3 und Recoverymedien: Für die in KB4966 genannten 12.3-Hilfsappliances und zugehörigen Linux-Recoverymedien steht der gesonderte Fix nach dem veröffentlichten Stand noch aus. Für Agent for Linux 13.1 sind aktualisierte Recoverymedien verfügbar. Ersetzen Sie ältere Medien nach dem Update; eine aktualisierte laufende Installation erneuert vorhandene Bootmedien nicht automatisch.
Cloud-Appliances und selbst verwaltete Linux-Server: Die Cloud-Plug-ins beziehen Ubuntu-Kernelupdates über den Veeam Updater. Prüfen Sie zusätzlich den Status des konkreten Kernelpakets beim Distributionsanbieter; nicht jeder Zweig hat bereits einen Fix. Bei selbst verwalteten Linux-Proxies oder Repositories bleibt das Betriebssystemupdate Aufgabe des Betreibers. Kasten-Container enthalten selbst keinen Kernel; der Kernel des Kubernetes-Knotens muss gesondert geprüft werden.
Neustart bei AMD-EPYC-Hosts vorbereiten
Für Software Appliance 13.1 und neuer beschreibt Veeam in der separaten KB4960 einen möglichen Startabbruch bei bestimmten AMD-EPYC-Prozessoren, darunter 7262, 7302 und 7F72. Ein FIPS-Selbsttest kann beim frühen Systemstart fehlschlagen, auch nach einem Kernelupdate. Berücksichtigen Sie diesen bekannten Fehler bei der Wartungsplanung und prüfen Sie die Herstelleranleitung vor dem Neustart.
Stand: 7. November 2026; maßgeblich sind die aktuellen Herstellerangaben zu Ihrer konkreten Komponente.
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