Wo sehe ich in Windows 11 Treiber-Probleme und den Gerätestatus?

Wenn Hardware unter Windows 11 nicht wie erwartet funktioniert, liegt die Ursache häufig nicht in einem Defekt, sondern in der Treiber- und Geräteanbindung: Ein Gerät wird nicht erkannt, arbeitet nur teilweise oder wird zwar angezeigt, meldet aber intern einen Fehlerzustand. Windows stellt dafür konkrete Status- und Diagnoseinformationen bereit, die oft übersehen werden, weil Symptome wie „kein Ton“, „kein WLAN“ oder „Drucker reagiert nicht“ schnell als Hardwareproblem interpretiert werden. Wer den Gerätestatus gezielt prüft, kann unterscheiden, ob Windows das Gerät grundsätzlich ansprechen kann, ob Ressourcen- oder Treiberprobleme vorliegen oder ob die Komponente aktuell deaktiviert ist. Das spart Zeit bei der Fehlersuche und verhindert vorschnelle Entscheidungen wie den Austausch von Geräten, die technisch in Ordnung sind.

Geräte-Manager öffnen und die Geräteübersicht richtig lesen

Geräte-Manager zuverlässig öffnen

Der Geräte-Manager ist die zentrale Stelle in Windows 11, an der erkannte Hardware nach Klassen gruppiert angezeigt wird und sich der Treiberstatus pro Komponente prüfen lässt. Für eine saubere Orientierung zählt vor allem, dass immer derselbe Einstieg genutzt wird, damit Warnsymbole und Statusmeldungen an der erwarteten Stelle erscheinen.

  • Power-User-Menü: Windows-Taste + X und anschließend Geräte-Manager auswählen.
  • Suche im Startmenü: Windows-Taste drücken, Geräte-Manager eintippen, Ergebnis öffnen.
  • Ausführen-Dialog: Windows-Taste + R und devmgmt.msc starten.
  • Computerverwaltung (indirekt): compmgmt.msc öffnen und links zu System > Geräte-Manager wechseln.

Für reine Statuskontrollen reicht in der Regel der normale Start. Bei Aktionen, die Änderungen am System vornehmen (zum Beispiel Treiber deinstallieren oder zurücksetzen), kann eine Abfrage der Benutzerkontensteuerung erscheinen; das betrifft nicht die Anzeige des Gerätestatus, sondern nur administrative Änderungen.

Aufbau der Geräteübersicht: Kategorien, Einträge, Symbole

In der Standardansicht werden Geräte nach Typ sortiert, etwa Grafikkarten, Netzwerkadapter, Audio-, Video- und Gamecontroller, USB-Controller oder Bluetooth. Ein Klick auf den kleinen Pfeil neben einer Kategorie klappt die enthaltenen Geräte auf. Mehrdeutige Namen sind normal: Bei Notebooks tauchen beispielsweise mehrere Systemgeräte auf, die Chipsatzfunktionen abbilden und nicht als „einzelne Hardwareteile“ zu verstehen sind.

Wichtig sind die Overlays am Gerätesymbol. Sie signalisieren schnell, ob Windows ein Problem erkannt hat oder ob ein Gerät nicht aktiv ist. Die eigentliche Diagnose steht jedoch erst im Gerätestatus in den Eigenschaften.

Anzeige im Geräte-Manager Bedeutung in der Praxis
Kein Warnsymbol Windows meldet aus Treibersicht keinen Fehler; das schließt Funktionsprobleme durch Konfiguration, Kabel, Firmware oder App-Einstellungen nicht aus.
Gelbes Warnsymbol (Ausrufezeichen) Gerät kann nicht korrekt gestartet werden oder meldet einen Fehler; häufig liegt ein Treiber- oder Ressourcenproblem vor. Der genaue Fehlercode steht in den Eigenschaften.
Abwärtspfeil (deaktiviert) Gerät ist deaktiviert und wird nicht genutzt. Das kann bewusst gesetzt sein (Test, Richtlinie) oder nach einer Änderung passieren.
Unbekanntes Gerät / „Andere Geräte“ Hardware wurde erkannt, aber der passende Treiber fehlt oder wurde nicht zugeordnet. Identifizierung erfolgt meist über Hardware-IDs in den Details.

Die Spalte „Status“ existiert in dieser Ansicht nicht; die Signale sitzen direkt am Symbol. Ein gelbes Warnsymbol bedeutet nicht automatisch einen Defekt, sondern zunächst nur: Windows hat einen Treiber- oder Startfehler registriert. Umgekehrt bedeutet „kein Symbol“ nicht zwingend „alles in Ordnung“, wenn das Gerät funktional in einer Anwendung ausfällt.

Einzelnes Gerät prüfen: Eigenschaften, Gerätestatus, Fehlercodes

Für eine belastbare Einschätzung zählt die Detailansicht eines konkreten Geräts. Dazu den Eintrag doppelt anklicken oder per Rechtsklick Eigenschaften öffnen. Im Register Allgemein steht unten der Abschnitt Gerätestatus. Dort formuliert Windows in Klartext, ob das Gerät korrekt arbeitet, und ergänzt bei Problemen einen Code (häufig „Code 10“, „Code 28“ oder „Code 43“). Dieser Code ist entscheidend, weil er zwischen fehlendem Treiber, Startproblemen oder einer vom Treiber gemeldeten Fehlfunktion unterscheidet.

  • Gerätestatus lesen: In Eigenschaften > Allgemein den Text im Feld Gerätestatus inklusive „Code …“ notieren; der Code beschreibt die Fehlerklasse, nicht zwingend die Ursache.
  • Treiberregister prüfen: In Eigenschaften > Treiber Version, Datum und Anbieter kontrollieren; ein sehr generischer Anbieter (Microsoft) kann korrekt sein (In-Box-Treiber), ist aber bei Spezialfunktionen manchmal eingeschränkt.
  • Gerät aktivieren/deaktiviert erkennen: Wenn der Button Gerät aktivieren erscheint, ist das Gerät aktuell deaktiviert; bei aktivem Gerät steht dort entsprechend Gerät deaktivieren.
  • Problemgerät identifizieren: Bei Unbekanntes Gerät im Register Details die Eigenschaft Hardware-IDs auswählen und Werte wie PCI\VEN_ oder USB\VID_ notieren; das dient der eindeutigen Zuordnung zur Hardware.

Das Register Ereignisse zeigt zusätzlich, ob Windows bei der Installation oder beim Start des Geräts Fehler protokolliert hat (zum Beispiel Treiberinstallation fehlgeschlagen oder Gerät nicht migriert). Diese Einträge helfen bei der zeitlichen Einordnung: Ein Fehler nach einem Update deutet eher auf Treiberinkompatibilität als auf plötzlich defekte Hardware.

Ansichten und typische Stolperfallen bei der Geräteübersicht

Der Geräte-Manager kann Geräte auf unterschiedliche Arten darstellen. Über Ansicht lässt sich beispielsweise Ausgeblendete Geräte anzeigen aktivieren. Dann erscheinen auch Geräteinstanzen, die aktuell nicht verbunden sind oder nur virtuell existieren (z. B. frühere USB-Geräte, VPN-Adapter, virtuelle Audioschnittstellen). Das ist nützlich zur Fehlersuche, führt aber leicht zu Fehlinterpretationen, weil ausgegraute Einträge nicht automatisch „defekt“ bedeuten.

Ebenso wichtig ist die sachliche Trennung zwischen „Gerät wird erkannt“ und „Gerät funktioniert im Alltag“. Ein USB-Stick kann ohne Warnsymbol erscheinen und trotzdem in einer bestimmten App nicht verfügbar sein, etwa wegen Zugriffsrechten oder Richtlinien. Umgekehrt kann ein Eintrag mit Warnsymbol schlicht auf einen fehlenden Treiber hindeuten, obwohl die Hardware elektrisch einwandfrei ist. Für die Geräteübersicht gilt daher: Erst Symbole und Gerätestatus im Kontext lesen, dann weitere Schritte planen.

Warnsymbole, Gerätestatus und Fehlercodes (Code 10, 28, 43) korrekt einordnen

Im Geräte-Manager bündelt Windows 11 viele Hinweise darauf, ob ein Treiber sauber geladen wurde und ob ein Gerät betriebsbereit ist. Entscheidend sind dabei zwei Signalquellen: das grafische Warnsymbol in der Geräteliste und die Textangaben im Dialog „Eigenschaften“ eines Geräts, insbesondere im Reiter „Allgemein“. Erst die Kombination aus Symbol, Gerätestatus und Fehlercode erlaubt eine belastbare Einordnung – und verhindert den häufigen Fehlschluss, ein Gerät sei automatisch defekt, nur weil es gerade nicht funktioniert.

Was Warnsymbole tatsächlich bedeuten

In der Geräteübersicht zeigen kleine Overlays am Gerätesymbol eine Abweichung vom Normalzustand. Ein gelbes Warnsymbol (meist Dreieck mit Ausrufezeichen) weist typischerweise auf ein Treiber- oder Startproblem hin: Das Gerät ist erkannt, kann aber nicht korrekt initialisiert werden oder läuft nur eingeschränkt. Ein Abwärtspfeil (deaktiviertes Gerät) bedeutet dagegen, dass das Gerät in Windows bewusst abgeschaltet wurde und deshalb nicht zur Verfügung steht – ohne dass zwingend ein Defekt oder Treiberfehler vorliegt.

Wichtig ist außerdem der Kontext: Bei virtuellen Geräten, Software-Komponenten oder inaktiven Schnittstellen (z. B. ein nicht belegter Kartenleser) kann ein Warnsymbol auch auftreten, ohne dass die relevante Hardware „fehlt“. Der Status im Eigenschaftenfenster liefert dann die präzisere Ursache.

Gerätestatus im Eigenschaftenfenster: die maßgebliche Textquelle

Die verlässlichste Kurzdiagnose steht im Reiter „Allgemein“ unter „Gerätestatus“. Dort formuliert Windows, ob das Gerät ordnungsgemäß arbeitet oder warum es das nicht tut. Diese Meldung enthält häufig eine Code-Nummer, die auf eine klar definierte Fehlerklasse verweist. Codes sind keine „Rangliste“ der Schwere, sondern Kategorien: fehlender Treiber, Startfehler, Funktionsfehler nach der Initialisierung, Ressourcen- oder Signaturprobleme.

Für die Einordnung zählt, ob Windows das Gerät grundsätzlich identifizieren konnte. Hinweise darauf liefern im Reiter „Details“ die Hardware-IDs und kompatiblen IDs. Ein Gerät, das dort sinnvolle Einträge zeigt, ist erkannt; wenn trotzdem ein Problemcode erscheint, liegt der Fokus meist auf Treiberpaket, Treiberversion, Signatur oder Kompatibilität – nicht auf „unsichtbarer“ Hardware.

Signal im Geräte-Manager Technische Bedeutung in der Praxis
Kein Warnsymbol, Status „Dieses Gerät funktioniert einwandfrei“ Treiber geladen, Gerät gestartet, keine gemeldete Einschränkung. Fehler wirken dann eher wie Anwendungskonfiguration, Anschluss/Port, Berechtigung oder intermittierende Hardware.
Gelbes Warnsymbol, Status enthält Fehlercode Gerät wurde erkannt, aber Treiberinitialisierung oder -betrieb schlägt fehl. Ursache liegt oft in Treiberpaket, Version, Abhängigkeiten oder Firmware/Kompatibilität.
Deaktiviert (Abwärtspfeil/„Deaktiviert“) Gerät wurde in Windows ausgeschaltet. Es ist nicht nutzbar, bis es wieder aktiviert wird; kein automatischer Hinweis auf Defekt.
Unbekanntes Gerät / „Andere Geräte“ mit Code 28 Hardware ist vorhanden, aber kein geeigneter Treiber installiert oder zugeordnet. Identifikation über Hardware-IDs führt zur passenden Treiberquelle.

Fehlercode 10, 28 und 43: typische Ursachen und Abgrenzung

Die Codes 10, 28 und 43 gehören zu den häufigsten Befunden bei nicht funktionierender Peripherie (USB, Bluetooth, Grafikkarte, Audio, Netzwerk). Sie sind bewusst generisch gehalten; sie sagen weniger über ein einzelnes Bauteil aus, sondern darüber, an welcher Stelle der Treiber-/Gerätestartkette Windows scheitert. Für eine sinnvolle Reaktion ist die Abgrenzung entscheidend: Code 28 bedeutet „Treiber fehlt“, Code 10 „Gerät kann nicht gestartet werden“ (Startphase), Code 43 „Windows hat dieses Gerät angehalten, weil es Probleme gemeldet hat“ (vom Gerät/Treiber gemeldet).

  • Code 28 (Treiber nicht installiert): Windows hat keine passende Treibersoftware für das Gerät. Typisch nach Neuinstallation, nach einem Hardwarewechsel oder bei Spezialhardware. In „Eigenschaften > Details“ helfen Hardware-IDs, um das genaue Modell zu bestimmen. Der Status bezieht sich in der Regel nicht auf einen Defekt, sondern auf fehlende Treiberzuordnung.
  • Code 10 (Gerät kann nicht gestartet werden): Ein Treiber ist vorhanden, aber der Start des Geräts schlägt fehl. Ursachen reichen von falschem Treiber (z. B. OEM-Variante erforderlich), inkompatibler Version, fehlgeschlagenem Update bis zu Firmwareproblemen. Häufig lässt sich im Reiter „Ereignisse“ eine Chronologie finden, etwa „Gerät konfiguriert“ gefolgt von „Gerät nicht gestartet“. Das Muster spricht eher für Treiber-/Kompatibilitätsfehler als für „nicht erkannt“.
  • Code 43 (Windows hat dieses Gerät angehalten): Das Gerät bzw. der Treiber meldet einen Fehlerzustand oder Windows erkennt unplausibles Verhalten und stoppt das Gerät, um Stabilität zu sichern. Häufig bei USB-Geräten (Strom-/Handshake-Probleme), Grafikkarten (Treiber/Timeout), Dockingstations oder fehlerhaften Firmwarezuständen. Code 43 kann durch Hardware ausgelöst werden, ist aber ebenso oft Folge von Treiberkonflikten, beschädigten Treiberdateien oder instabilen Verbindungen.

Typische Fehlinterpretationen vermeiden

Ein nicht funktionierendes Gerät wird oft vorschnell als „kaputt“ bewertet, obwohl Windows bereits klare Hinweise auf die Ursache liefert. Ein gelbes Warnsymbol bedeutet nicht automatisch Hardwaredefekt, sondern zunächst nur: Windows hat ein Problem erkannt und dokumentiert es. Umgekehrt ist „kein Warnsymbol“ kein Beweis für fehlerfreie Funktion unter Last; es zeigt lediglich, dass der Treiberstart aus Sicht des Systems ohne Fehlercode erfolgte.

Für eine saubere Einordnung lohnt ein Blick auf drei Felder im Eigenschaftenfenster: „Gerätestatus“ (inklusive Code), „Treiber“ (Anbieter, Datum, Version) und „Ereignisse“ (Zeitlinie). Wenn der Gerätestatus einen Code nennt, ist das die priorisierte Spur. Wenn kein Code vorhanden ist, aber das Gerät faktisch nicht nutzbar erscheint, verschiebt sich die Diagnose typischerweise auf Anschluss, Energieverwaltung, Anwendungskonfiguration oder – bei Funk/Netzwerk – auf Kopplung und Profilebene.

Detailprüfung pro Gerät: Treiberinformationen, Ereignisse und einfache Gegenchecks in Windows 11

Geräte-Manager: Eigenschaften eines Geräts gezielt auswerten

Für eine belastbare Diagnose reicht die reine Geräteübersicht nicht aus. Im Geräte-Manager liefert erst die Detailansicht eines konkreten Eintrags Hinweise darauf, ob Windows den Treiber korrekt lädt, ob ein Startproblem vorliegt oder ob die Hardware zwar erkannt wird, aber nicht betriebsbereit ist. Maßgeblich sind dabei der Gerätestatus auf der Registerkarte „Allgemein“ sowie die Einordnung typischer Fehlercodes. Ein gelbes Warnsymbol bedeutet nicht automatisch einen Defekt; häufig fehlt ein Treiber, ein Start wird blockiert oder eine Ressourcenzuweisung scheitert.

In den „Eigenschaften“ eines Geräts werden außerdem die Geräteinstanz und Treiberbindung sichtbar. Das hilft besonders, wenn mehrere ähnlich benannte Komponenten vorhanden sind (z. B. verschiedene USB-Controller oder Audio-Endpunkte). Bei externen Geräten ist die Abgrenzung wichtig: Ein „USB-Composite Device“ kann korrekt arbeiten, während ein einzelnes Funktionsinterface darunter (z. B. HID, Audio, Seriell) einen Fehlercode zeigt.

Gerätestatus / Hinweis Technische Bedeutung in der Praxis
„Das Gerät funktioniert einwandfrei.“ Treiber wurde geladen, PnP-Start erfolgreich, keine gemeldeten Probleme. Fehler liegt dann meist außerhalb des Treibers (z. B. App, Kabel, Berechtigung, Firmware-Einstellung).
Gelbes Dreieck, Fehlercode (z. B. Code 10) Gerät kann nicht gestartet werden bzw. die Initialisierung scheitert. Häufig: falscher/inkompatibler Treiber, Firmware-Probleme, fehlende Abhängigkeiten, defektes USB-Kabel/Hub bei externen Geräten.
„Dieses Gerät ist deaktiviert.“ (z. B. Code 22) Manuell oder richtlinienbasiert deaktiviert; Hardware ist nicht zwangsläufig fehlerhaft. Reaktivierung kann genügen, sofern keine Sperre (Richtlinie) greift.
„Die Treiber für dieses Gerät sind nicht installiert.“ / Code 28 Kein Treiber installiert oder Windows findet keinen passenden. Typisch nach Neuinstallation oder bei Spezialhardware; Herstellerpaket oder Windows Update erforderlich.

Treiberregisterkarte: Version, Anbieter, Signatur und Rollback richtig deuten

Auf der Registerkarte „Treiber“ sind vier Punkte besonders aussagekräftig: Anbieter, Datum, Version und digitale Signatur. Ein sehr altes Treiberdatum ist nicht automatisch schlecht (Microsoft-Inbox-Treiber nutzen teils konservative Datumsstempel), kann aber bei neuer Hardware ein Hinweis sein, dass nur ein generischer Basistreiber aktiv ist. Der Anbieter zeigt oft, ob ein Herstellerpaket verwendet wird oder ein Microsoft-Treiber den Betrieb übernimmt.

„Treiberdetails“ listet die geladenen Dateien und Pfade. Wiederholt auftauchende Dateien unter C:\Windows\System32\drivers\ sind normal; interessant sind eher herstellerspezifische Treiberdateien oder Filtertreiber, die zwischen Gerät und System sitzen. Bei Problemen nach einem Update hilft „Vorheriger Treiber“, sofern Windows tatsächlich eine frühere Version im Treiberspeicher hält. „Treiber aktualisieren“ kann sinnvoll sein, ersetzt aber keine gezielte Herstellerinstallation bei Chipsatz-, Grafik-, Netzwerk- oder Audio-Treibern.

  • Treiberdateien prüfen: In „Treiberdetails“ auf Einträge außerhalb von C:\Windows\System32\drivers\ achten; ungewöhnliche Pfade können auf Zusatzsoftware, Filtertreiber oder Reste alter Pakete hinweisen.
  • Rollback nur bei echter Regression: „Vorheriger Treiber“ ist vor allem dann relevant, wenn das Gerät zuvor nachweislich funktionierte und nach einem Update ausfällt; bei Erstinbetriebnahme ist fast immer ein passenderer Treiber nötig.
  • Signatur als Plausibilitätscheck: Unsigned-/Testsignaturen sind im Endanwenderbetrieb untypisch; bei aktivierter Treibersignaturprüfung oder Kernelschutzfunktionen können solche Treiber blockiert werden, wodurch der Gerätestatus eine Treiberlade-Störung meldet.

Ereignisse und Fehlerhistorie: „Ereignisse“-Register und Ereignisanzeige

Die Registerkarte „Ereignisse“ in den Geräteeigenschaften zeigt eine chronologische Kurz-Historie der Plug-and-Play-Aktionen, etwa Installation, Konfiguration und Start. Dort lässt sich ablesen, ob Windows wiederholt versucht, das Gerät zu starten, ob eine Treiberinstallation stattgefunden hat oder ob ein Startversuch unmittelbar scheitert. Der Nutzen liegt in der Reihenfolge: Wenn die letzten Einträge stets mit einem fehlgeschlagenen Start enden, ist ein Treiber- oder Verbindungsproblem wahrscheinlicher als eine sporadische App-Störung.

Für mehr Details lohnt der Blick in die Ereignisanzeige. Relevante Protokolle finden sich typischerweise unter Ereignisanzeige > Anwendungs- und Dienstprotokolle > Microsoft > Windows > DriverFrameworks-UserMode (bei UMDF-Treibern) und unter Windows-Protokolle > System (Kernel-/Treiberereignisse). Entscheidend ist, Ereignisse zeitlich mit dem Ein-/Ausstecken oder dem Reboot zu korrelieren, statt einzelne Meldungen isoliert zu bewerten.

Einfache Gegenchecks: Anschluss, Energieverwaltung, Gerätestapel

Bevor Treiber neu installiert oder Hardware ersetzt wird, helfen kurze Gegenchecks, um die Fehlerquelle einzugrenzen. Bei USB- und Bluetooth-Geräten sind instabile Verbindungen, passive Hubs oder Energiesparmechanismen häufige Auslöser, die im Gerätestatus wie ein Treiberproblem wirken. Auch bei internen Komponenten kann selektives Energiemanagement den Start verzögern oder sporadische Aussetzer verursachen.

  • Port-/Kabeltest: Externe Geräte direkt am PC testen (kein Hub/keine Docking-Station), bei USB möglichst anderen Port nutzen; für Datenleitungen nur vollwertige Kabel verwenden (nicht nur Ladeleitungen).
  • Energieoptionen am Gerät: In den Geräteeigenschaften unter „Energieverwaltung“ testweise die Option „Computer kann das Gerät ausschalten, um Energie zu sparen“ deaktivieren, wenn wiederkehrende Verbindungsabbrüche auftreten (vor allem bei USB-Controllern, Netzwerkadaptern, Bluetooth).
  • Problemgerät im Stack identifizieren: Bei zusammengesetzten Geräten (USB) auch übergeordnete Einträge prüfen, z. B. „USB-Root-Hub“/Controller; ein fehlerfreies Endgerät hilft nicht, wenn der Controller darunter einen Fehlercode meldet.
  • Windows-Bordmittel zur Treiberinventur: In PowerShell den Treiberbestand prüfen, um alte/mehrfache Pakete zu erkennen:
    pnputil /enum-drivers
    pnputil /enum-devices /problem

Wenn der Gerätestatus „einwandfrei“ meldet, zugleich aber ein reales Funktionsproblem besteht, liegt die Ursache oft oberhalb der Treiberschicht: falsches Standardgerät (Audio), deaktivierte Schnittstelle (Kamera/Mikrofon-Datenschutz), fehlende App-Berechtigungen oder ein Modus, der die Funktion umschaltet (z. B. WLAN/Bluetooth per Flugmodus). Umgekehrt kann ein eindeutiger Fehlercode mit wiederholten Startfehlern, fehlender Treibersignatur oder ausbleibender Treiberbindung ein klarer Hinweis sein, dass vor einem Hardwaretausch zuerst Treiberpaket, Anschlussweg und Energieverwaltung geprüft werden sollten.

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