
Bei IONOS kam es am 10. und 11. Juni 2026 zu einer Störung im Dienstbereich Microsoft Exchange.
Betroffen waren nach Angaben der IONOS-Statusseite einige Kunden, die in Outlook Verbindungs- oder Authentifizierungsprobleme feststellten. Während Webmail, E-Mail-Versand und E-Mail-Empfang auf der Statusübersicht als störungsfrei geführt wurden, war Microsoft Exchange zeitweise nur mit eingeschränkter Leistung verfügbar.
Die Störung wurde am 10. Juni 2026 um 12:05 Uhr als technische Einschränkung in den E-Mail-Systemen beschrieben. IONOS empfahl betroffenen Kunden zunächst, vorübergehend Outlook Web App unter exchange2019.ionos.de/owa zu verwenden. Am selben Tag um 17:25 Uhr teilte der Anbieter mit, dass die Einschränkungen minimiert worden seien. Am 11. Juni 2026 folgten weitere Statusmeldungen: Um 05:56 Uhr hieß es, dass weiterhin an der Fehlerbehebung gearbeitet werde. Um 11:38 Uhr wurde die Situation als Überwachung eingestuft, um sicherzustellen, dass das Problem nicht erneut auftritt.
Für betroffene Nutzer äußerte sich die Störung vor allem dadurch, dass Outlook keine stabile Verbindung zum Exchange-Postfach herstellen konnte oder Anmeldedaten wiederholt abgefragt wurden. In solchen Fällen sollte zunächst geprüft werden, ob tatsächlich ein lokaler Outlook-Fehler vorliegt oder ob weiterhin eine Einschränkung beim Anbieter besteht. Gerade bei Hosted-Exchange-Postfächern können Authentifizierungsprobleme zentral verursacht werden und mehrere Arbeitsplätze gleichzeitig betreffen.

IONOS nennt für weiterhin bestehende Verbindungs- oder Authentifizierungsprobleme zwei Workarounds. Zunächst sollen gespeicherte Anmeldedaten im Windows-Anmeldeinformationsmanager gelöscht werden. Dazu wird über die Windows-Suche die Anmeldeinformationsverwaltung geöffnet, anschließend werden unter „Windows-Anmeldeinformationen“ die passenden Einträge zu Exchange 2019 beziehungsweise exchange.ionos.de oder exchange.ionos.eu entfernt. Danach sollte Outlook neu gestartet werden. Dieser Schritt kann helfen, wenn Outlook weiterhin mit alten oder fehlerhaften Zugangsinformationen arbeitet.
Bleibt das Problem bestehen, verweist IONOS auf eine Anpassung der Autodiscover-Konfiguration in der Windows-Registry. Dabei wird unter HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Office\16.0\Outlook\Autodiscover der DWORD-Wert ExcludeExplicitO365Endpoint mit dem Wert 1 angelegt. Zusätzlich wird der DWORD-Wert ExcludeHttpsRootDomain ebenfalls mit dem Wert 1 erstellt. Anschließend muss Outlook geschlossen und erneut geöffnet werden. Hintergrund ist, dass Outlook in bestimmten Konstellationen versucht, sich über Microsoft 365-Endpunkte anzumelden, obwohl das Postfach bei IONOS Hosted Exchange oder auf einem eigenen Exchange-Server liegt.
Nach Anwendung dieses Workarounds kann Outlook dazu auffordern, den IONOS-Autodiscover-Dienst zuzulassen. Diese Abfrage sollte bestätigt werden; zusätzlich kann die Option „Nicht mehr nachfragen“ aktiviert werden, damit die Meldung künftig nicht wiederholt erscheint. In seltenen Fällen reicht die Bereinigung der Anmeldedaten oder Registry-Anpassung nicht aus. Dann muss das betroffene Exchange-Konto aus Outlook entfernt und anschließend erneut eingerichtet werden.
Wichtig ist bei allen Maßnahmen: Änderungen an der Registry sollten sorgfältig durchgeführt werden, da falsche Einträge Outlook oder andere Office-Funktionen beeinträchtigen können. In Unternehmen empfiehlt sich eine strukturierte Vorgehensweise, bei der zunächst ein einzelner betroffener Arbeitsplatz getestet wird, bevor Änderungen auf mehreren Geräten umgesetzt werden.
Nach einer solchen Exchange-Störung sollten betroffene Anwender nicht nur prüfen, ob Outlook wieder verbunden ist. Sinnvoll ist zusätzlich ein vollständiger Funktionstest: Anmeldung in Outlook, Anmeldung in OWA, Versand einer Testmail, Empfang einer externen Nachricht, Prüfung mobiler Geräte sowie Kontrolle von Scan-to-Mail-Funktionen an Multifunktionsgeräten. Erst wenn diese Punkte wieder zuverlässig funktionieren, kann der E-Mail-Betrieb als stabil betrachtet werden.
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