
Ein vergessenes oder nicht mehr funktionierendes Windows-Passwort kann in vielen Alltagssituationen zum ernsthaften Problem werden – etwa nach längerer Nichtnutzung, einem Systemupdate, einem Gerätewechsel oder dem Wechsel zwischen verschiedenen Benutzerkonten. Trotz korrekter Eingabe reagiert das System nicht wie erwartet: Der Zugriff bleibt verwehrt. Für Betroffene stellt sich schnell die Frage, wie sich der Zugang zu wichtigen Dateien, Programmen und persönlichen Daten wiederherstellen lässt, insbesondere wenn keine aktuellen Backups vorliegen oder das betroffene Gerät geschäftlich genutzt wird.
Der Umgang mit einem gesperrten Windows-Konto erfordert technische Sorgfalt. Unüberlegte Versuche mit Drittsoftware aus zweifelhaften Quellen, planloses Herumprobieren im UEFI oder Veränderungen an Systemdateien können die Situation verschlimmern. Besonders BitLocker, Windows Hello, Microsoft-Konten, EFS-verschlüsselte Dateien und beschädigte Benutzerprofile verlangen eine methodische Vorgehensweise. Entscheidend sind immer Windows-Version, Kontotyp, vorhandene Administratorrechte, Verschlüsselungsstatus und die Frage, ob Sicherheitsinformationen oder Wiederherstellungsschlüssel verfügbar sind.
Die folgenden Schritte zeigen, welche Wiederherstellungswege tatsächlich zur Verfügung stehen und welche Grenzen sie haben.
Inhaltsverzeichnis
- Szenario 1: Passwort für ein lokales Windows-Konto vergessen
- Variante 1: Ein weiteres Administratorkonto ist noch zugänglich
- Variante 2: Kein weiteres Administratorkonto auf dem Gerät zugänglich
- Szenario 2: Passwort für ein Microsoft-Konto vergessen
Szenario 1: Passwort für ein lokales Windows-Konto vergessen
Viele Anwender nutzen Windows weiterhin mit einem lokalen Konto, besonders wenn der PC schon älter ist, bewusst ohne Microsoft-Konto eingerichtet wurde oder in einer kleinen Arbeitsumgebung ohne zentrale Benutzerverwaltung läuft. Bei einem lokalen Konto verwaltet Windows die Anmeldung auf dem Gerät selbst. Eine Rücksetzung über eine Webseite funktioniert nur dann, wenn das Konto tatsächlich mit einem Microsoft-Konto verbunden ist.
Das hat Vor- und Nachteile: Die Anmeldung bleibt lokal, aber auch die Verantwortung für Wiederherstellungswege liegt beim Nutzer oder Administrator. Entscheidend ist, ob ein zweites Administratorkonto vorhanden ist, ob Sicherheitsfragen für das lokale Konto eingerichtet wurden und ob die Windows-Partition mit BitLocker verschlüsselt ist.
Warnhinweis: Offline-Methoden funktionieren nicht, wenn die betroffene Systempartition mit BitLocker verschlüsselt ist und der Wiederherstellungsschlüssel fehlt. Ohne diesen Schlüssel bleiben SAM-Datei, Benutzerprofile und Systemdateien unzugänglich. Außerdem können Änderungen an Bootreihenfolge, Secure Boot, TPM-Einstellungen oder der Start von externen Medien BitLocker in den Wiederherstellungsmodus versetzen. Liegt Ihnen der Schlüssel nicht vor, bleiben Ihre Daten unzugänglich.
Variante 1: Ein weiteres Administratorkonto ist noch zugänglich
Viele PCs im Familien-, Vereins- oder Büroeinsatz besitzen mehrere Konten. Häufig existiert noch ein „Admin“-, „Eltern“- oder „Chef“-Konto. Haben Sie darauf Zugriff, lässt sich das Kennwort eines lokalen Kontos in der Regel schnell neu setzen, sofern das verwendete Konto tatsächlich Administratorrechte besitzt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Melden Sie sich mit dem funktionierenden Administratorkonto am PC an. Auf dem Anmeldebildschirm wählen Sie dieses Konto aus und geben dessen Passwort, PIN oder andere Anmeldeoption ein.
- Öffnen Sie die Windows-Einstellungen: Drücken Sie Windows-Taste + I oder klicken Sie auf das Zahnradsymbol im Startmenü.
- Navigieren Sie zu „Konten“. Dort sehen Sie die Benutzer- und Anmeldeoptionen des Systems.
- Wechseln Sie zu „Familie und andere Benutzer“ (Windows 10) beziehungsweise „Andere Benutzer“ (Windows 11). Hier werden eingerichtete lokale Konten und verknüpfte Microsoft-Konten angezeigt.
- Ermitteln Sie den genauen Benutzernamen des betroffenen lokalen Kontos. Bei Unsicherheit öffnen Sie später die Eingabeaufforderung und geben zuerst
net userein. - Öffnen Sie das Startmenü, geben Sie „cmd“ ein. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf „Eingabeaufforderung“ und wählen Sie „Als Administrator ausführen“.
- Geben Sie den folgenden Befehl ein und passen Sie BENUTZERNAME sowie NEUESPASSWORT an:
net user BENUTZERNAME NEUESPASSWORT
Beispiel:
net user Max NeuesPasswort2026
Enthält der Benutzername Leerzeichen, setzen Sie ihn in Anführungszeichen:
net user "Max Mustermann" NeuesPasswort2026
- Bestätigen Sie mit Enter. Bei Erfolg erscheint die Meldung „Der Befehl wurde erfolgreich ausgeführt“.
- Melden Sie sich am betroffenen Konto mit dem neuen Passwort an. Ändern Sie das Kennwort anschließend regulär in den Windows-Einstellungen und prüfen Sie die Anmeldeoptionen.
Für Windows 10/11 Pro, Enterprise und Education: Zusätzlich steht die Computerverwaltung zur Verfügung: Windows-Taste + X → „Computerverwaltung“ → „Lokale Benutzer und Gruppen“ → „Benutzer“ → Rechtsklick auf das Konto → „Kennwort festlegen“. Windows Home enthält diese Verwaltungskonsole nicht; dort nutzen Sie stattdessen die erhöhte Eingabeaufforderung.
Wichtig bei EFS: Wenn das betroffene Konto Dateien mit dem Windows-Dateisystem EFS verschlüsselt hat, kann ein erzwungenes Zurücksetzen des lokalen Kennworts den Zugriff auf diese Dateien verhindern, sofern kein passendes Zertifikat oder Wiederherstellungsschlüssel vorliegt.
Variante 2: Kein weiteres Administratorkonto auf dem Gerät zugänglich
Das ist die schwierigste und zugleich häufige Ausgangslage im Privatbereich. Prüfen Sie zuerst, ob Windows am Anmeldebildschirm Sicherheitsfragen anbietet. Bei lokalen Konten, die mit Sicherheitsfragen eingerichtet wurden, erscheint nach falscher Passworteingabe die Option zum Zurücksetzen. Können Sie die Fragen beantworten, legen Sie direkt ein neues Kennwort fest. Dieser offizielle Weg ist sicherer als jede Offline-Methode.
Greifen Sicherheitsfragen nicht und existiert kein weiteres Administratorkonto, bleiben nur Notfallmethoden. Diese Methoden eignen sich ausschließlich für eigene Geräte oder Systeme, für die Sie ausdrücklich berechtigt sind. Sie funktionieren nur bei lokalen Windows-Konten und nicht, wenn BitLocker den Zugriff auf die Systempartition ohne Wiederherstellungsschlüssel verhindert.
Lösungsweg 1: Spezialtools wie Hiren’s Boot CD oder Offline NT Password & Registry Editor (einfacher)
Wer die Befehle aus Lösungsweg 2 vermeiden möchte, kann grafische Rettungsumgebungen verwenden. Dafür benötigen Sie einen funktionierenden zweiten Computer und einen USB-Stick. Setzen Sie solche Werkzeuge nur ein, wenn Sie Eigentümer des Geräts sind oder eine klare Berechtigung des Eigentümers beziehungsweise Administrators besitzen.


Screenshots von Hiren’s Boot CD PE mit NT Password Edit
- Hiren’s Boot CD PE (praxisnäher)
- Kostenlos ausschließlich von https://www.hirensbootcd.org/ herunterladen. Vermeiden Sie gespiegelte, veränderte oder neu gepackte ISO-Dateien aus unbekannten Quellen.
- Die heruntergeladene ISO-Datei mit Rufus nach der offiziellen USB-Booting-Anleitung von Hiren’s BootCD PE auf einen USB-Stick schreiben: https://www.hirensbootcd.org/usb-booting/. Der USB-Stick sollte mindestens 8 GB groß sein; sein aktueller Inhalt wird vollständig überschrieben.
- Öffnen Sie Rufus und drücken Sie zuerst Alt + E, bis unten im Programmfenster „Dual UEFI/BIOS mode enabled“ erscheint. Wählen Sie erst danach die ISO-Datei aus. Hiren’s weist darauf hin, dass FAT32 sonst in Rufus unter Umständen nicht auswählbar ist.
- Wählen Sie in Rufus als Partitionsschema MBR und als Dateisystem FAT32. Bei USB-Sticks ab 32 GB wählen Sie Large FAT32; falls diese Option nicht sichtbar ist, aktivieren Sie sie in Rufus mit Alt + L.
- Hiren’s BootCD PE ist eine Windows-PE-Rettungsumgebung. Die aktuelle PE-Generation nutzt Windows 11 PE beziehungsweise eine Windows-PE-Umgebung und startet unabhängig vom installierten Windows des betroffenen PCs.
- Falls Rufus ab Version 4.6 die Meldung „Revoked UEFI bootloader detected“ zeigt, ordnet Hiren’s diese Warnung in den eigenen FAQ ein. Bei einer offiziell geladenen ISO kann die Warnung laut Hersteller mit „OK“ bestätigt werden. Bootprobleme auf vollständig aktualisierten UEFI-/Secure-Boot-Systemen sind dennoch möglich.
- Den betroffenen PC vom USB-Stick booten. Dazu beim Start die Boot-Menü-Taste drücken – je nach Hersteller meist F12, F2, Esc oder Entf. Vor Änderungen an Secure Boot, TPM oder UEFI-Einstellungen muss der BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel vorliegen.
- In der PE-Oberfläche das vorinstallierte Tool „NT Password Edit“ starten, das Windows-Laufwerk sowie die SAM-Datei auswählen und das Passwort des gewünschten lokalen Benutzerkontos leeren oder neu setzen.
- Änderungen speichern, den USB-Stick entfernen und den PC neu starten. Die Anmeldung am betroffenen lokalen Konto sollte nun mit dem neuen oder leeren Passwort möglich sein.
- Offline NT Password & Registry Editor (technischer)
- Download: http://pogostick.net/~pnh/ntpasswd/. Das Werkzeug ist alt, textbasiert und für Einsteiger nur eingeschränkt geeignet.
- Es arbeitet ausschließlich im Textmodus; sämtliche Eingaben erfolgen über die Tastatur, eine Mausbedienung ist nicht möglich.
- Es kann lokale Passwörter entfernen oder ändern, aber keine Passwörter auslesen.
- Es funktioniert nur bei lokalen Windows-Konten. Bei Microsoft-Konten mit E-Mail-Anmeldung muss das Kennwort über account.live.com beziehungsweise die Microsoft-Kontowiederherstellung zurückgesetzt werden.
- Bei Windows 10/11, UEFI-Systemen und verschlüsselten Laufwerken ist der Erfolg nicht garantiert. Für die meisten Anwender ist Hiren’s BootCD PE mit NT Password Edit die nachvollziehbarere Variante.
Lösungsweg 2: Passwort mit dem Windows-Installationsmedium zurücksetzen (schwierig)
Dieser Weg ist eine Notfallmethode für eigene oder ausdrücklich autorisierte Systeme. Nutzen Sie ihn erst, wenn Sicherheitsfragen, ein weiteres Administratorkonto, die Microsoft-Kontowiederherstellung und eine Datensicherung nicht greifen. In verwalteten Firmenumgebungen wenden Sie sich stattdessen an die zuständige IT-Administration.
Was brauchen Sie?
- Einen funktionierenden zweiten PC zum Erstellen des Installationssticks
- Einen USB-Stick mit mindestens 8 GB Speicherplatz
- Die Möglichkeit, den betroffenen Rechner vom Stick zu starten
- Bei aktivem BitLocker: den passenden Wiederherstellungsschlüssel
Schritt 1: Windows-Installationsstick erstellen
- Rufen Sie auf einem anderen PC die Microsoft-Downloadseite für Windows auf, zum Beispiel https://www.microsoft.com/de-de/software-download/windows10. Für Windows 11 verwenden Sie entsprechend das Windows-11-Installationsmedium von Microsoft.
- Laden Sie das Media Creation Tool herunter und führen Sie es aus.
- Wählen Sie „Installationsmedium für einen anderen PC erstellen“.
- Folgen Sie den Anweisungen und wählen Sie Ihren USB-Stick als Ziel. Der Stick wird dabei überschrieben.
Schritt 2: Betroffenen PC vom Stick booten
- Stecken Sie den Stick in den gesperrten PC.
- Starten Sie ihn neu.
- Öffnen Sie bei Bedarf das Bootmenü. Häufige Tasten sind F12, F2, Esc oder Entf; oft erscheint beim Start ein Hinweis wie „Press F12 for Boot Menu“.
- Ändern Sie Secure Boot, TPM oder UEFI-Einstellungen nur, wenn der BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel verfügbar ist. Aktivieren Sie zuvor geänderte Schutzfunktionen nach der Rettung wieder.
Schritt 3: Systemreparatur und Eingabeaufforderung starten
- Lassen Sie den Installationsbildschirm laden. Klicken Sie nicht auf „Jetzt installieren“.
- Klicken Sie unten links auf „Computerreparaturoptionen“.
- Wählen Sie „Problembehandlung“ und anschließend „Eingabeaufforderung“.
Schritt 4: Systemdateien für den Passwort-Reset manipulieren
Diese Notfallmethode ersetzt temporär das Programm für erleichterte Bedienung durch die Eingabeaufforderung. Sie ist kein normaler Wartungsschritt. Stellen Sie die Originaldatei nach erfolgreicher Anmeldung zwingend wieder her.
Prüfen Sie zuerst den richtigen Laufwerksbuchstaben. In der Wiederherstellungsumgebung ist Windows nicht immer unter C: eingebunden. Testen Sie zum Beispiel:
dir C:\Windows
dir D:\Windows
dir E:\Windows
Wenn der Ordner „Windows“ gefunden wurde, verwenden Sie diesen Laufwerksbuchstaben in den folgenden Befehlen. Beispiel mit C:
copy c:\windows\system32\utilman.exe c:\
copy c:\windows\system32\cmd.exe c:\windows\system32\utilman.exe
- Der erste Befehl sichert die Originaldatei.
- Der zweite Befehl ersetzt das Programm „Erleichterte Bedienung“ temporär durch die Eingabeaufforderung.
Beenden Sie den PC und entfernen Sie den USB-Stick.
Schritt 5: Passwort am Login-Bildschirm ändern
- Starten Sie den PC neu.
- Am Windows-Anmeldebildschirm klicken Sie unten rechts auf das Symbol für „Erleichterte Bedienung“.
- Statt des Hilfsmenüs öffnet sich nun die Eingabeaufforderung.
Lassen Sie sich bei Bedarf zuerst alle lokalen Konten anzeigen:
net user
Setzen Sie anschließend das Kennwort neu:
net user BENUTZERNAME NEUESPASSWORT
Beispiel:
net user Max NeuesGeheim123
Verwenden Sie vorübergehend ein starkes, aber tastaturlayout-sicheres Passwort. Sonderzeichen können in der Wiederherstellungsumgebung anders belegt sein. Nach erfolgreicher Anmeldung ändern Sie das Kennwort regulär in Windows.
- Schließen Sie das Fenster und melden Sie sich mit dem neuen Passwort an.
Wichtig:
Stellen Sie danach unbedingt die Originaldatei wieder her. Öffnen Sie in der Desktopumgebung die Eingabeaufforderung als Administrator und verwenden Sie den passenden Laufwerksbuchstaben:
copy c:\utilman.exe c:\windows\system32\utilman.exe
Prüfen Sie anschließend am Anmeldebildschirm, ob das Symbol für „Erleichterte Bedienung“ wieder das normale Hilfsmenü öffnet. Entfernen Sie danach nicht mehr benötigte temporäre Rettungsdateien und aktivieren Sie zuvor geänderte UEFI-Sicherheitsfunktionen wieder.
Welche Probleme können auftreten?
- Das Laufwerk ist BitLocker-verschlüsselt: Dann fragt Windows nach dem Wiederherstellungsschlüssel oder zeigt die Partition nicht lesbar an. Ohne Schlüssel geht es nicht weiter.
- Sie kommen nicht ins Bootmenü: Viele Geräte nutzen sehr kurze Startzeiten. Halten Sie die passende Bootmenü-Taste direkt nach dem Einschalten mehrfach gedrückt. Ändern Sie Secure Boot nur mit vorhandenem BitLocker-Schlüssel.
- Sie kennen den Benutzernamen nicht: Geben Sie
net userein. Windows listet dann die lokalen Konten auf. - Das Konto ist ein Microsoft-Konto: Offline-Methoden setzen nicht das Microsoft-Konto-Passwort zurück. Nutzen Sie die Microsoft-Kontowiederherstellung.
- Der Laufwerksbuchstabe stimmt nicht: Prüfen Sie mit
dir C:\Windows,dir D:\Windowsoderdiskpartundlist volume, wo Windows tatsächlich liegt.
Praxistipp: Sichern Sie Daten vor Eingriffen, wenn noch irgendein Zugriff möglich ist. Nach erfolgreicher Anmeldung sollten Sie Wiederherstellungsoptionen aktualisieren, den BitLocker-Schlüssel sichern und ein zweites Administratorkonto oder einen dokumentierten Notfallzugang vorbereiten.
Szenario 2: Passwort für ein Microsoft-Konto vergessen
Ein Microsoft-Konto ist ein privates Cloud-Benutzerkonto für Microsoft-Dienste. Es kann mit einer Outlook-, Hotmail- oder beliebigen anderen E-Mail-Adresse eingerichtet sein und verbindet Windows mit Diensten wie Outlook.com, OneDrive, Microsoft Store, Office, Xbox und weiteren Apps. Es unterscheidet sich von Arbeits- oder Schulkonten, die Organisationen über Microsoft Entra ID verwalten.
Das bedeutet konkret:
- Sicherheitsmechanismen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung, Wiederherstellungs-E-Mail, Telefonnummer oder Authenticator-App gehören zum Onlinekonto.
- Sie melden sich am Windows-PC zwar an einem lokalen Gerät an, die Kontosicherheit und das Passwort werden aber über Microsofts Kontodienste verwaltet.
- Das Microsoft-Konto-Passwort gilt auch für andere Microsoft-Dienste, nicht nur für diesen einen PC.
- Offline-Tools können das Passwort eines Microsoft-Kontos nicht zuverlässig oder sinnvoll zurücksetzen.
Wichtig zu wissen: Windows fragt nach der Einrichtung häufig nicht direkt nach dem Kontopasswort, sondern nach einer PIN. Diese PIN gehört zu Windows Hello, gilt nur auf diesem Gerät und ersetzt nicht das Microsoft-Konto-Passwort. Sie wird lokal für die Anmeldung verwendet und kann nicht auf anderen Webseiten oder PCs als Kontopasswort dienen.
Das sorgt oft für Verwirrung: Wer die PIN vergisst, kann sich am Gerät nicht mehr anmelden, obwohl das Microsoft-Konto-Passwort vielleicht bekannt ist. Umgekehrt hilft die PIN nicht bei Outlook.com, OneDrive oder einem anderen PC. Dort benötigen Sie das eigentliche Microsoft-Konto-Passwort oder eine andere zugelassene Anmeldemethode.
Merke:
- Die PIN ist lokal, gerätegebunden und Bestandteil von Windows Hello.
- Das Microsoft-Konto-Passwort ist global und gilt für Microsoft-Dienste. Wenn Sie die PIN vergessen haben, kann Windows je nach Einrichtung über „Ich habe meine PIN vergessen“ eine erneute Identitätsprüfung starten.
Im Alltag sieht der Anmeldebildschirm so aus:
- Windows fragt häufig nach Ihrer PIN.
- Über „Anmeldeoptionen“ können Sie je nach Einrichtung Passwort, PIN, Windows Hello Gesichtserkennung, Fingerabdruck oder andere Methoden wählen.
Verliert man die PIN, kennt aber das Passwort, lässt sich die PIN am Anmeldebildschirm häufig über „Ich habe meine PIN vergessen“ zurücksetzen. Windows fordert dann eine erneute Identitätsprüfung über das Microsoft-Konto.
Wenn beides verloren geht: Dann greifen die Schritte zur Kontowiederherstellung über Microsoft. Ohne Zugriff auf Sicherheitsinformationen wie SMS, E-Mail, Authenticator-App oder Wiederherstellungsformular bleibt der Rechner gesperrt, wenn keine weitere lokale Administratoranmeldung existiert.
Vorgehen zur Kennwortrücksetzung
Schritt 1: Ruhe bewahren, keine voreiligen Tricks
Bevor Sie Drittanbieter-Tools, ISO-Dateien aus Foren oder riskante Rettungsversuche einsetzen, prüfen Sie den Kontotyp. Ist das gesperrte Konto ein Microsoft-Konto, führt der saubere Weg fast immer über Microsofts Kontowiederherstellung. Voraussetzung ist, dass Sicherheitsinformationen wie zweite E-Mail-Adresse, Mobilnummer, Authenticator-App oder frühere Kontodaten verfügbar sind.
Schritt 2: Die Rücksetzfunktion direkt im Windows-Login nutzen
- Starten Sie Ihren PC normal. Unter dem Passwortfeld steht je nach Situation ein Link wie „Ich habe mein Kennwort vergessen“, „Kennwort zurücksetzen“ oder bei der PIN „Ich habe meine PIN vergessen“.
- Klicken Sie den passenden Link an. Windows zeigt die zugehörige E-Mail-Adresse und fragt, wie Sie Ihre Identität bestätigen möchten.
Typischerweise gibt es jetzt mehrere Varianten:
- Sie haben eine Mobilnummer hinterlegt: Windows oder Microsoft bietet an, einen Code per SMS zu senden. Angezeigt werden meist nur die letzten Ziffern der Nummer.
- Sie haben eine zweite E-Mail-Adresse hinterlegt: Die Rücksetzoption lautet sinngemäß „Wir senden einen Code an m***@beispiel.de“.
- Sie nutzen eine Authenticator-App: Bestätigen Sie die Anmeldung oder den Wiederherstellungsvorgang in der App.
Wählen Sie die Option aus, auf die Sie tatsächlich zugreifen können.
Schritt 3: Bestätigungscode empfangen und eingeben
- Klicken Sie auf „Code senden“ oder bestätigen Sie die gewählte Methode.
- Prüfen Sie Ihr Handy, Ihre Authenticator-App oder das E-Mail-Postfach der hinterlegten Zweitadresse.
- Manchmal verzögert sich die Zustellung. Prüfen Sie bei E-Mails auch Spam-, Werbung- oder Sonstige-Ordner.
- Sobald Sie den Code erhalten haben, geben Sie ihn im entsprechenden Windows- oder Microsoft-Fenster ein.
- Bestätigen Sie mit „Weiter“.
Schritt 4: Neues Passwort festlegen
- Nach erfolgreicher Prüfung erscheint die Möglichkeit, ein neues Passwort festzulegen.
- Wählen Sie ein sicheres, einzigartiges Passwort, das Sie nicht bereits für andere Dienste verwenden.
- Tippen Sie das neue Passwort zweimal ein und bestätigen Sie.
- Melden Sie sich anschließend am Windows-PC und bei betroffenen Microsoft-Diensten mit dem neuen Passwort an.
Hinweis: Die Änderung kann kurze Zeit benötigen, bis alle Geräte und Dienste sie akzeptieren. Starten Sie den PC bei Problemen neu und stellen Sie sicher, dass eine Internetverbindung besteht.
Was tun, wenn der Code nicht ankommt? Prüfen Sie:
- Ist das Handy eingeschaltet, entsperrt und mit Empfang versorgt?
- Ist die hinterlegte E-Mail-Adresse erreichbar?
- Liegt die Nachricht im Spam-, Werbung- oder Sonstige-Ordner?
- Haben Sie eine alternative Methode wie E-Mail statt SMS oder Authenticator statt E-Mail?
- Wurde zu oft ein Code angefordert? Dann kann Microsoft die nächste Anforderung vorübergehend verzögern.
Kommt der Code weiterhin nicht an, verwenden Sie eine alternative Sicherheitsinformation oder starten Sie die Kontowiederherstellung über das Microsoft-Webformular.
Schritt 5: Passwort vergessen UND keine Rücksetzoption mehr erreichbar?
Dann prüft Microsoft, ob Sie das Konto anhand anderer Angaben glaubhaft zuordnen können. Dazu gehören zum Beispiel:
- früher verwendete Passwörter
- Antworten auf Sicherheitsfragen, sofern vorhanden
- Angaben zu E-Mail-Ordnern, Kontakten, Betreffzeilen oder zuletzt genutzten Diensten
- Informationen zu Käufen, Abonnements, Geräten oder Microsoft-Produkten
Sie werden durch ein Webformular geführt. Machen Sie möglichst viele zutreffende Angaben und verwenden Sie nach Möglichkeit ein Gerät sowie einen Standort, von dem aus Sie das Konto früher genutzt haben. Das erhöht die Chance, dass Microsoft die Angaben plausibel zuordnen kann.
Erfahrung aus dem Support: Häufig entscheiden mehrere kleine, korrekte Details über den Erfolg. Alte Rechnungen, Geräteinformationen, frühere Passwörter oder nachvollziehbare Angaben zu genutzten Microsoft-Diensten helfen mehr als Schätzungen. Nach erfolgreicher Prüfung sendet Microsoft einen Link zur erneuten Passwortvergabe.
Was ändert sich nach dem Reset?
- Alle Microsoft-Dienste, die dieses Konto nutzen, verlangen nun das neue Passwort. Dazu können Outlook, OneDrive, Office, Microsoft Store und Xbox gehören.
- Handy, Tablet, zweiter PC oder Mailprogramme müssen gegebenenfalls neu angemeldet werden.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung bleibt bestehen. Prüfen Sie Authenticator-App, Telefonnummern und Wiederherstellungs-E-Mail direkt nach erfolgreicher Anmeldung.
- Sichern Sie anschließend den BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel, aktualisieren Sie Sicherheitsinformationen und richten Sie eine dokumentierte Wiederherstellungsstrategie ein.
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